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    Shopify · 7 Min. Lesezeit

    Shopify oder WooCommerce? Der ehrliche Vergleich für den DACH-Raum

    Diese Frage steht in fast jedem Erstgespräch: Shopify oder WooCommerce? Im Internet finden Sie dazu vor allem Vergleichstabellen mit zwanzig Häkchen, die am Ende beiden Systemen alles bescheinigen. Hilfreich ist das nicht. Wir bauen Shops auf Shopify, haben aber genug WooCommerce-Installationen übernommen oder abgelöst, um beide Seiten zu kennen. Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Frage: Wer soll sich in drei Jahren um die Technik kümmern?

    Der Unterschied, der alle anderen erklärt

    Shopify ist eine gemietete Plattform. Sie zahlen eine Monatsgebühr, dafür betreibt Shopify die Server, spielt Updates ein, sichert den Checkout ab und skaliert, wenn im Weihnachtsgeschäft plötzlich das Zehnfache los ist. WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress. Der Shop gehört komplett Ihnen, läuft aber auf einem Hosting, das Sie selbst organisieren, mit Updates, die jemand einspielen muss.

    Alles, was in Vergleichstabellen steht, folgt aus diesem einen Unterschied. Shopify nimmt Ihnen Verantwortung ab und dafür Geld. WooCommerce gibt Ihnen volle Kontrolle und dafür die Verantwortung gleich mit.

    WooCommerce ist nur auf dem Papier gratis

    Das Plugin kostet nichts, der Betrieb schon. Ordentliches Hosting, ein gutes Theme, Plugins für Zahlungsarten, Rechtstexte, Rechnungen und Backups: Vieles davon sind kostenpflichtige Erweiterungen mit Jahreslizenz. Dazu kommt die Arbeitszeit, die niemand budgetiert – Updates testen, Plugin-Konflikte auflösen, nach einem WordPress-Update prüfen, ob der Checkout noch funktioniert.

    Shopify verlangt dafür eine Monatsgebühr je nach Tarif plus einen Anteil pro Verkauf. Das steht auf jeder Rechnung und lässt sich planen. Auf drei Jahre gerechnet liegen beide Systeme oft näher beieinander, als die Startpreise vermuten lassen – nur verteilt sich das Geld anders: bei Shopify auf die Plattform, bei WooCommerce auf Hosting, Lizenzen und Betreuungsstunden.

    Sicherheit und Wartung: der Punkt, an dem WooCommerce-Shops altern

    Ein WooCommerce-Shop ist eine WordPress-Installation mit Zahlungsverkehr. WordPress läuft laut W3Techs (2026) auf rund 41 Prozent aller Websites und ist damit das größte Angriffsziel im Netz: Laut Patchstack (2025) wurden allein 2024 im WordPress-Ökosystem 7.966 neue Sicherheitslücken dokumentiert, 96 Prozent davon in Plugins und nur sieben im WordPress-Kern. Jedes zusätzliche Plugin ist also eine mögliche Lücke. Das ist beherrschbar – mit regelmäßigen Updates, Backups und jemandem, der hinschaut. Genau daran scheitern viele kleine Shops: Der Dienstleister von damals ist weg, Updates werden aufgeschoben, und irgendwann traut sich niemand mehr, den Aktualisieren-Knopf zu drücken.

    Bei Shopify existiert dieses Problem nicht. Plattform, Checkout und Zahlungsabwicklung werden zentral gewartet, ohne dass Sie davon etwas mitbekommen. Das ist der unspektakulärste Vorteil von Shopify und im Alltag der größte.

    Wo WooCommerce wirklich besser ist

    Es gibt Fälle, in denen wir WooCommerce für die vernünftigere Wahl halten. Wenn Ihre Website vor allem Inhalt ist – ein Magazin, ein Blog mit Reichweite, viele redaktionelle Seiten – und der Shop nur ein Anhängsel, dann spielt WordPress seine Stärke aus. Ein zweites System daneben zu betreiben wäre Mehraufwand ohne Nutzen.

    Auch bei sehr speziellen Anforderungen an den Bestellablauf hat WooCommerce mehr Spielraum: Der Code liegt offen, jede Zeile lässt sich ändern. Shopify hat seinen Checkout lange Zeit fast komplett verschlossen gehalten; inzwischen gibt es offizielle Erweiterungspunkte, aber die Grenzen setzt weiterhin die Plattform. Und wer aus Prinzip auf einem Server in Österreich oder Deutschland hosten will, kann das mit WooCommerce – mit Shopify nicht.

    Bezahlen im DACH-Raum: für beide kein Problem mehr

    Ein Argument, das früher gegen Shopify sprach, ist weitgehend erledigt: Klarna, EPS-Überweisung, PayPal und Kauf auf Rechnung lassen sich heute in beiden Systemen anbieten. Ein Unterschied bleibt: Wickelt man Zahlungen nicht über Shopifys eigene Zahlungsabwicklung ab, verlangt Shopify je nach Tarif eine zusätzliche Gebühr pro Transaktion. Das gehört vor der Entscheidung durchgerechnet, besonders wenn Sie an einen bestimmten Zahlungsanbieter gebunden sind.

    Unsere Empfehlung: entscheiden Sie nach Ihrem Team, nicht nach Features

    Die Feature-Listen beider Systeme sind lang genug für jeden normalen Handel. Entscheidend ist etwas anderes: Haben Sie jemanden, der einen WordPress-Server dauerhaft betreuen kann und will? Wenn ja, ist WooCommerce eine legitime Wahl mit maximaler Freiheit. Wenn nein – und das ist bei den meisten Klein- und Mittelbetrieben, mit denen wir arbeiten, der Fall –, dann ist Shopify die ruhigere Lösung: Sie kümmern sich um Sortiment und Kunden, die Plattform um den Rest.

    Wir bauen aus genau diesem Grund auf Shopify und migrieren regelmäßig WooCommerce-Shops dorthin. Wenn Ihr Fall anders liegt, sagen wir Ihnen das im Gespräch genauso deutlich.