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    Gastronomie · 6 Min. Lesezeit

    Essensfotos, die Gäste bringen: Fotografie für die Restaurant-Website

    Gäste entscheiden mit den Augen, lange bevor sie die erste Beschreibung lesen. Die Marketingagentur MGH hat das 2019 unter 1.101 US-Gästen beziffert: 77 % sehen sich vor dem Besuch die Website des Lokals an, 45 % suchen dort gezielt nach Essensfotos, und 36 % haben sich von schlechten Food-Fotos schon von einem Besuch abhalten lassen. Trotzdem sind Fotos auf Restaurant-Websites erstaunlich oft das schwächste Glied: der blitzbeleuchtete Teller, der aussieht wie im Verhörraum fotografiert, das Stockfoto vom Burger, den es nie gab, oder gar nichts außer einem Logo. Dabei ist gutes Food-Foto-Material kein Hexenwerk. Es braucht Tageslicht, eine Handvoll ehrlicher Regeln und die Entscheidung, wofür sich ein Profi lohnt und wofür das eigene Handy reicht.

    Die eine Regel über allen: Tageslicht

    Wenn Sie aus diesem Beitrag nur eines mitnehmen: Fotografieren Sie Essen bei Tageslicht, nie mit dem Blitz. Der eingebaute Blitz macht aus jedem Gericht eine Vermisstenanzeige, flach, hart, mit fettigem Glanz an den falschen Stellen. Tageslicht vom Fenster, am besten seitlich einfallend, gibt dem Teller Tiefe und den Saucen ihren Glanz zurück.

    Praktisch heißt das: Fotografieren Sie vor dem Service, am Vormittag oder frühen Nachmittag, am Tisch beim Fenster. Direkte Mittagssonne ist zu hart, ein leicht bewölkter Tag oder ein Fenster ohne direkte Sonne ist ideal. Wenn Ihr Gastraum dunkel ist, tragen Sie den Teller für das Foto dorthin, wo Licht ist, und servieren Sie ihn dann. Kein Gast merkt dem Bild an, an welchem Tisch es entstand.

    Handy reicht öfter, als Fotografen zugeben

    Moderne Smartphones fotografieren bei gutem Licht auf einem Niveau, das für Speisekarten-Fotos und Social Media locker genügt. Die Qualität scheitert fast nie am Gerät, sondern an drei vermeidbaren Fehlern: schlechtes Licht, chaotischer Hintergrund, falscher Winkel. Licht haben wir geklärt. Beim Hintergrund gilt: Servietten, Besteckhaufen und die halbleere Cola-Flasche des Kollegen haben im Bild nichts verloren, ein sauberer Holztisch genügt völlig.

    Beim Winkel gibt es eine einfache Faustregel: flache Gerichte wie Pasta, Pizza oder ein schön angerichtetes Brett von direkt oben, Gerichte mit Höhe wie Burger, Schnitzel mit Beilagen oder Desserts im Glas schräg von der Seite, ungefähr auf Augenhöhe eines sitzenden Gastes. Und zoomen Sie nicht digital, gehen Sie näher ran. Zwei, drei Versuche pro Teller, dann haben Sie ein brauchbares Bild.

    • Tageslicht vom Fenster, nie der eingebaute Blitz
    • Ruhiger Hintergrund, störende Gegenstände wegräumen
    • Flache Teller von oben, hohe Gerichte schräg von der Seite
    • Näher rangehen statt zoomen, mehrere Versuche machen

    Wofür sich ein Profi wirklich auszahlt

    So weit die Handy-Ehrenrettung, jetzt die Grenze. Die großen Bilder Ihrer Website, das Hero-Foto auf der Startseite, die Aufnahmen vom Gastraum und vom Schanigarten, die Bilder, die ein Gast als Allererstes sieht, tragen mehr Gewicht, als Handy-Schnappschüsse stemmen. Räume gut zu fotografieren ist schwerer als Teller: Es braucht Weitwinkel ohne verzerrte Linien, abgestimmtes Licht und ein Auge für den Moment, in dem das Lokal einladend wirkt statt leer.

    Ein Profi-Shooting von zwei, drei Stunden liefert Ihnen einen Grundstock, von dem die Website jahrelang lebt: Raum, Fassade, Team, die fünf wichtigsten Gerichte. Unsere Empfehlung ist deshalb eine Arbeitsteilung: der Profi für das Fundament, das Handy für alles Laufende, neue Gerichte, die Wochenkarte, Social Media. Wir arbeiten bei GuestMaker-Projekten mit lokalen Fotografen zusammen und organisieren dieses Basis-Shooting auf Wunsch gleich mit.

    Ehrlichkeit schlägt Perfektion

    Die Versuchung ist verständlich: ein gekauftes Stockfoto, auf dem alles perfekt glänzt. Aber Essensfotos sind ein Versprechen, und der Gast prüft es beim ersten Besuch am Tisch nach. Ist der Abstand zwischen Bild und Teller zu groß, kippt die Enttäuschung auf das ganze Lokal, selbst wenn das Essen gut war. Umgekehrt schafft ein ehrliches Foto vom echten Schweinsbraten aus Ihrer Küche Vertrauen, gerade weil es nicht nach Katalog aussieht.

    Dasselbe gilt für das Nachbearbeiten: Helligkeit und Farben geraderücken ja, das Gericht schöner färben als es ist, nein. Fotografieren Sie das, was tatsächlich auf den Pass geht, angerichtet wie für einen Gast, nicht wie für einen Wettbewerb. Wenn ein Gericht auf keinem Foto gut aussieht, ist das übrigens manchmal ein Hinweis, den man ernst nehmen darf.

    Welche Motive Ihre Website wirklich braucht

    Mehr Fotos sind nicht automatisch besser. Eine Galerie mit vierzig ähnlichen Tellern ermüdet, und niemand klickt sich durch. Für eine Restaurant-Website reicht ein überschaubarer, gut gewählter Satz: ein starkes Hero-Bild, zwei bis drei Raumaufnahmen inklusive Gastgarten falls vorhanden, Ihre vier, fünf Signature-Gerichte und ein Bild mit Menschen, das Team oder die Hand, die den Teller serviert. Menschen im Bild machen ein Lokal nahbar, das leere Lokal wirkt schnell steril.

    Groß fotografiert, klein ausgeliefert

    Bilder in voller Kameraauflösung machen Websites langsam, und eine langsame Website kostet genau die Handy-Besucher, für die Sie fotografiert haben. Bilder gehören fürs Web verkleinert und komprimiert. Bei GuestMaker übernimmt das die Plattform automatisch beim Upload, wenn Sie es selbst verwalten, achten Sie darauf, dass Ihr System das tut.

    Fotos veralten wie Speisekarten

    Der häufigste Fehler kommt zum Schluss: das eine Shooting vom Eröffnungsjahr, das sieben Jahre später noch die ganze Website bestreitet. Inzwischen ist der Gastraum umgebaut, die halbe Karte ausgetauscht und der Koch ein anderer. Gäste merken so etwas spätestens beim Besuch, und Google bevorzugt Profile, auf denen sichtbar Leben herrscht.

    Setzen Sie sich einen einfachen Rhythmus: Mit jeder Saisonkarte zwei, drei neue Gerichtefotos mit dem Handy, nach den Regeln von oben, und alle paar Jahre ein frisches Profi-Shooting für die großen Bilder. Wenn die Galerie Ihrer Website in einem Dashboard liegt, in dem Hochladen und Umsortieren zwei Minuten dauern, passiert das auch. Genau dafür ist die Galerie-Verwaltung bei GuestMaker gebaut.