Gastronomie · 7 Min. Lesezeit
Die häufigsten Fehler auf Restaurant-Websites – und wie Sie sie vermeiden
Wir haben in den letzten Jahren viele Restaurant-Websites angeschaut, bevor wir sie neu gebaut haben. Dabei wiederholen sich die Probleme mit erstaunlicher Zuverlässigkeit, und es sind fast nie Designfragen. Kein Gast bleibt weg, weil ihm die Schriftart nicht gefällt. Gäste bleiben weg, weil sie die Antwort auf eine simple Frage nicht finden: Habt ihr heute offen, was kostet das Schnitzel, und krieg ich um acht noch einen Tisch? Hier sind die Fehler, die wir am häufigsten sehen, sortiert danach, wie viel sie kosten.
Fehler 1: Die Speisekarte ist veraltet oder ein PDF
Der mit Abstand teuerste Fehler, weil die Speisekarte der meistbesuchte Teil jeder Restaurant-Website ist. Laut einer Umfrage der US-Agentur MGH (2019, 1.101 Befragte) sehen sich 77 Prozent der Gäste die Website eines Lokals an, bevor sie hingehen oder bestellen. Nichts auf der Website beeinflusst ihre Entscheidung demnach so stark wie die Gerichte auf der Karte. Die zwei typischen Ausprägungen: Entweder steht noch die Karte vom letzten Sommer online, samt Gerichten, die es längst nicht mehr gibt, oder die Karte ist ein PDF, das am Handy erst geladen und dann mühsam gezoomt werden muss.
Beides hat dieselbe Wurzel: Die Karte zu ändern ist zu umständlich, also passiert es nicht. Wer die Website über eine Agentur ändern lassen muss oder selbst mit einem Baukasten kämpft, schiebt die Aktualisierung auf. Die Lösung ist weniger eine Frage des Wollens als des Werkzeugs: eine Karte, die als normale Webseite angezeigt wird und die Sie selbst in einem Dashboard pflegen. Wenn eine Preisänderung zwei Minuten dauert, wird sie auch gemacht.
Fehler 2: Öffnungszeiten, die man suchen muss oder denen man nicht traut
Kaum etwas suchen Gäste öfter als die Öffnungszeiten, und trotzdem sind sie oft im Footer versteckt, nur auf der Kontaktseite zu finden oder schlicht falsch. Besonders tückisch: Website und Google-Profil widersprechen einander. Der Gast weiß dann nicht, welcher Angabe er glauben soll, und im Zweifel ruft er nicht an, sondern wählt das Lokal, bei dem die Sache klar ist.
Öffnungszeiten gehören auf die Startseite, gut sichtbar, und sie müssen stimmen, auch an Feiertagen und im Urlaub. Ein Satz wie „Von 4. bis 18. August machen wir Sommerpause“ prominent auf der Startseite erspart Ihnen enttäuschte Gäste und Ihnen selbst die Anrufe der Unsicheren.
Fehler 3: Es gibt keinen klaren Weg zum Tisch
Erstaunlich viele Websites beantworten die Frage „Wie komme ich zu einem Tisch?“ gar nicht. Die Telefonnummer steht irgendwo im Impressum, ein Reservierungsformular fehlt, oder es gibt eines, das an eine E-Mail-Adresse schickt, die niemand vor dem nächsten Vormittag liest. Der Gast, der um 21:30 für Samstag reservieren will, und das ist eine sehr häufige Situation, steht an.
Die Mindestlösung: Telefonnummer als anklickbarer Link ganz oben auf jeder Seite, damit am Handy ein Tipp genügt. Die bessere Lösung: eine Online-Reservierung, die rund um die Uhr funktioniert und sofort bestätigt. Wichtig ist in beiden Fällen die Sichtbarkeit. „Tisch reservieren“ gehört als Knopf in die Navigation, nicht als Textzeile ans Seitenende.
Fehler 4: Die Seite ist am Handy eine Zumutung
Der Großteil der Besuche auf Restaurant-Websites passiert am Handy, oft unterwegs und mit mäßigem Empfang. Trotzdem sehen wir regelmäßig Seiten mit riesigen unkomprimierten Fotos, Hintergrundvideos und Slideshows, die auf dem Laptop des Erstellers gut aussahen und am Handy zehn Sekunden laden. Nach drei Sekunden ist ein Teil der Besucher weg, und zwar bevor sie irgendetwas von Ihrem Lokal gesehen haben. In der erwähnten MGH-Umfrage (2019) gaben 33 Prozent an, eine schwer bedienbare Website habe sie schon vom Besuch eines Lokals abgehalten; bei 30 Prozent reichte dafür ein veraltet wirkender Auftritt.
Ein zweiter Handy-Klassiker ist die Navigation: winzige Menüpunkte, Texte, die über den Rand laufen, Buttons, die man mit dem Daumen nicht trifft. Der ehrlichste Test kostet nichts: Öffnen Sie Ihre Website am eigenen Handy über mobile Daten, nicht im WLAN, und versuchen Sie in unter einer Minute Karte, Öffnungszeiten und Reservierung zu finden. Was Sie dabei ärgert, ärgert jeden Gast.
Fehler 5: Fotos, die nicht von Ihnen sind, oder gar keine
Stockfotos von perfekten Burgern, die es bei Ihnen nie gab, fallen Gästen schneller auf, als man denkt, und sie erzeugen die falsche Erwartung oder, schlimmer, Misstrauen. Das andere Extrem ist die fotolose Website, die nur aus Text und einem Logo besteht. Essen ist ein visuelles Geschäft; wer nichts zeigt, überlässt den ersten Eindruck den Zufallsfotos auf Google. Laut einer Umfrage von Bookatable by Michelin (2019) helfen Fotos von Speisen und Gastraum 70 Prozent der Gäste im deutschsprachigen Raum bei der Restaurantwahl, in Österreich und der Schweiz sind es knapp 90 Prozent.
Es braucht keine dreißig Bilder. Eine Handvoll ehrlicher, gut belichteter Fotos vom Gastraum, vom Schanigarten und von drei, vier Signature-Gerichten trägt eine ganze Website. Wie man zu solchen Fotos kommt, mit und ohne Profi, ist ein eigenes Thema, dem wir demnächst einen eigenen Beitrag widmen.
Fehler 6: Rechtliches und Technisches, das keiner sieht, bis es wehtut
Impressum fehlt, Datenschutzerklärung fehlt, Google-Schriften und Karten sind ohne Einwilligung eingebunden: Diese Dinge fallen im Alltag niemandem auf, bis eine Abmahnung oder eine Beschwerde kommt. Gerade bei selbst gebauten Baukasten-Seiten ist die DSGVO-Seite oft die, die zuletzt und halbherzig gemacht wurde.
Dazu kommt die stille Technik: eine Domain, die auf den Ex-Webdesigner registriert ist, ein Hosting-Paket, dessen Zugangsdaten niemand mehr findet, ein Sicherheitszertifikat, das abgelaufen ist und Browser-Warnungen produziert. Unser Rat: Klären Sie einmal, wem Domain und Hosting gehören und wer im Notfall Zugriff hat. Diese eine Stunde Aufwand erspart im Ernstfall Wochen.
Die Gemeinsamkeit hinter fast allen Fehlern
Fast alle diese Fehler entstehen nicht bei der Erstellung der Website, sondern danach, in den Monaten und Jahren, in denen sich niemand zuständig fühlt. Eine Website ist kein Projekt, das fertig wird, sondern eher wie die Tafel vor der Tür: Sie muss jemand aktualisieren, und zwar jemand, für den das keine Hürde ist.
Genau darauf ist GuestMaker ausgelegt: Speisekarte, Öffnungszeiten, Fotos und Reservierungen pflegen Sie selbst im Dashboard, Hosting, Technik und datenschutzbewusstes Setup liegen bei uns. Die Website, die Sie in zwei Minuten ändern können, ist die, die aktuell bleibt.