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    Gastronomie · 6 Min. Lesezeit

    Instagram ersetzt keine Restaurant-Website, und umgekehrt

    „Eine Website brauchen wir nicht, wir haben eh Instagram.“ Diesen Satz hören wir in Gesprächen mit Wirten regelmäßig, und er ist verständlich: Der Account kostet nichts, die Fotos sind schnell gepostet, und ein paar hundert Follower gibt es auch. Nur verwechselt der Satz zwei verschiedene Aufgaben. Instagram macht Lust auf Ihr Lokal. Die Website beantwortet die Fragen, die zwischen Lust und Reservierung stehen. Wer nur das eine hat, verliert Gäste an der jeweils anderen Stelle.

    Was Instagram wirklich gut kann

    Fangen wir fair an. Instagram ist unschlagbar darin, Stimmung zu transportieren: der dampfende Teller, der volle Schanigarten am Freitagabend, das neue Dessert in Nahaufnahme. Es erreicht Menschen, die gar nicht nach einem Lokal gesucht haben, über geteilte Storys und Markierungen von Gästen. Für ein neues Lokal ist das der schnellste Weg, überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Reichweite ist real: Laut Statistik Austria (IKT-Einsatz in Haushalten, 2025) nutzen 68 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher soziale Netzwerke, im Jahr davor waren es 65 Prozent.

    Wer behauptet, Gastronomen könnten auf Instagram verzichten, hat die letzten Jahre verschlafen. Das ist nicht unser Punkt. Unser Punkt ist, was danach passiert, wenn jemand tatsächlich kommen will.

    Der Moment, in dem das Profil den Gast verliert

    Eine Person sieht Ihre Story, will am Samstag mit vier Leuten kommen und hat jetzt drei Fragen: Was kostet ein Hauptgericht? Habt ihr Samstag offen? Kann ich reservieren? Auf Instagram heißt die Antwort: durch alte Posts scrollen, die Karte auf einem abfotografierten Bild entziffern, die Öffnungszeiten in der Bio suchen, die seit Ostern nicht stimmt, und dann eine DM schreiben, auf die vielleicht erst morgen jemand antwortet.

    Jede dieser Hürden kostet einen Teil der Interessenten. Nicht weil Ihr Lokal nicht überzeugt, sondern weil das nächste Lokal dieselben Fragen in dreißig Sekunden beantwortet: Karte mit Preisen, Öffnungszeiten, Reservierungsformular. Der Gast entscheidet nicht gegen Sie, er entscheidet für den geringeren Aufwand. Dass Gäste sich vorab selbst informieren wollen, ist messbar: In einer Gastronomie-Befragung von Revenue Management Solutions (2021) gaben 61 Prozent der gut 1.250 Befragten an, Restaurants vor dem Besuch im Internet recherchieren zu wollen.

    Google kennt Ihr Instagram kaum

    Die meisten Gäste, die noch kein Stammpublikum sind, kommen über die lokale Suche: „Italiener 1090“, „Mittagsmenü Graz Innenstadt“, „Gastgarten in der Nähe“. In diesen Ergebnissen tauchen Websites und Google-Business-Profile auf. Instagram-Inhalte spielen dort praktisch keine Rolle, Ihre Posts sind für Google weitgehend unsichtbar.

    Ohne Website überlassen Sie diese Suchen vollständig der Konkurrenz. Das Google-Business-Profil allein fängt einen Teil ab, aber es verlinkt im Idealfall auf eine Seite mit Karte und Reservierung, und wenn dieser Link fehlt oder auf ein Instagram-Profil zeigt, endet die Kette wieder in der DM.

    Der Account gehört Ihnen nicht

    Ein unbequemer Punkt, der selten bedacht wird: Ihr Instagram-Profil ist gemietetes Land. Meta kann die Regeln ändern, die Reichweite drosseln oder den Account sperren, und Konten von Lokalen werden tatsächlich immer wieder gesperrt oder gehackt, oft ohne erreichbaren Support. Wer dann seine Speisekarte, seine Kontaktdaten und seine gesamte Gästekommunikation nur dort hatte, steht bei null.

    Die eigene Website mit eigener Domain ist der einzige digitale Ort, den Ihnen niemand wegnehmen oder umgestalten kann. Sie ist die Adresse, die auf Visitenkarten, in Zeitungsartikeln und im Google-Profil stehen kann, unabhängig davon, welche Plattform gerade in Mode ist.

    Reservierung per DM: persönlich gemeint, chaotisch in der Praxis

    Reservierungsanfragen über Direktnachrichten wirken nahbar, sind aber betriebswirtschaftlich die teuerste Variante. Jemand muss die Nachrichten lesen, rückfragen, ins Buch übertragen und antworten, während des Service, neben dem Telefon. Anfragen um 23 Uhr bleiben bis zum nächsten Mittag liegen, und genau in dieser Lücke reserviert der Gast woanders.

    Ein Reservierungsformular auf der Website arbeitet nachts weiter, fragt Datum, Uhrzeit und Personenanzahl gleich mit ab und landet strukturiert in Ihrer Übersicht statt in einem Posteingang zwischen Gewinnspiel-Kommentaren. Auch das ist keine Vermutung: In derselben Befragung von Revenue Management Solutions (2021) nannten 64 Prozent die Möglichkeit, online zu reservieren, als wichtig.

    So arbeiten beide zusammen

    Die Arbeitsteilung ist einfach: Instagram weckt Interesse, die Website schließt ab. Konkret heißt das: Der Link in der Bio führt auf Ihre Website, idealerweise direkt zu Karte oder Reservierung. Jede Story über die neue Saisonkarte endet mit dem Verweis dorthin. Und die Website verlinkt umgekehrt auf das Profil, für alle, die Stimmung und Bilder sehen wollen.

    Der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen, wenn die Website ein Dashboard hat: Öffnungszeiten und Karte ändern Sie dort in Minuten selbst, statt sie in Bio, Highlights und Posts dreimal nachzuziehen. Bei GuestMaker ist genau das der Kern des Pakets, ab 99 Euro im Monat, Reservierungssystem ohne Provision inklusive.

    AufgabeInstagramWebsite
    Stimmung und BilderStarkErgänzend
    Karte mit PreisenFoto in alten PostsAktuell, in Minuten geändert
    ÖffnungszeitenBio, oft veraltetStrukturiert, auch für Google lesbar
    ReservierungDM mit WartezeitFormular, rund um die Uhr
    Lokale Google-SuchePraktisch unsichtbarWird gefunden
    EigentumKonto gehört MetaEigene Domain