Gastronomie · 7 Min. Lesezeit
Wie Gäste Ihr Lokal auf Google finden – und was dabei oft schiefgeht
Machen Sie den Test: Googeln Sie Ihr eigenes Lokal, einmal mit Namen und einmal so, wie ein hungriger Fremder suchen würde, etwa „Mittagessen 1040 Wien“. Was Sie dort sehen, ist Ihre Auslage. Bei vielen Lokalen, mit denen wir gesprochen haben, hängt in dieser Auslage Folgendes: Öffnungszeiten vom Vorjahr, ein Gästefoto der Speisekarte im Halbdunkel und als erster Link ein Reservierungsportal, das pro Gast mitverdient. Das Gute daran: Fast alles davon lässt sich mit überschaubarem Aufwand reparieren.
So suchen Gäste tatsächlich
Es gibt zwei Arten von Suchen, und sie brauchen unterschiedliche Antworten. Die erste ist die Namenssuche: Jemand hat Ihr Lokal empfohlen bekommen und tippt den Namen ein. Diese Person will drei Dinge sehen, und zwar sofort: Habt ihr offen, was gibt es zu essen, wie reserviere ich. Die zweite ist die Entdeckungssuche: „Pizza in der Nähe“, „Gastgarten Wien“, „Frühstück Sonntag offen“. Hier entscheidet Google, wer überhaupt vorgeschlagen wird.
Dass hier nur von Google die Rede ist, hat einen einfachen Grund: Laut StatCounter (Juni 2026) laufen in Österreich rund 81 Prozent aller Suchanfragen über Google, der Rest verteilt sich auf Bing und kleinere Anbieter. Für beide Suchen ist das Google-Unternehmensprofil, die Info-Box rechts beziehungsweise ganz oben am Handy, wichtiger als die Website selbst. Viele Gäste kommen über diese Box nie hinaus. Deshalb beginnt Sichtbarkeit nicht mit der Website, sondern mit einem gepflegten Profil. Die Website kommt danach, und sie hat eine andere Aufgabe: Sie beantwortet die Fragen, für die die Box zu klein ist.
Quelle: StatCounter, Juni 2026
Fehler eins: Öffnungszeiten, die nicht stimmen
Klingt banal, ist aber der teuerste Fehler von allen. Wer am Feiertag zugesperrt hat, während Google „Geöffnet“ anzeigt, produziert Gäste, die vor verschlossener Tür stehen. Die kommen selten wieder, und manche schreiben vorher noch eine Ein-Stern-Bewertung. Umgekehrt kostet ein fälschliches „Geschlossen“ still und leise Umsatz, weil niemand anruft, um nachzufragen.
Die Lösung ist keine Technik, sondern eine Gewohnheit: Feiertage und Urlaube gehören in dem Moment ins Google-Profil eingetragen, in dem sie feststehen. Google fragt vor Feiertagen sogar aktiv nach. Und die Zeiten auf der eigenen Website müssen mit dem Profil übereinstimmen, denn widersprüchliche Angaben untergraben das Vertrauen von Gästen und Suchmaschine gleichermaßen. Am einfachsten geht das, wenn die Website ein Dashboard hat, in dem Sondertage in Sekunden eingetragen sind.
Fehler zwei: Die Speisekarte existiert nur als Foto
Bei erstaunlich vielen Lokalen ist die einzige online auffindbare Speisekarte ein Foto, das ein Gast irgendwann bei Google hochgeladen hat. Schief fotografiert, zwei Jahre alt, mit alten Preisen. Sie haben es nicht hochgeladen, aber es repräsentiert Sie. Wer die Kontrolle über seine Karte will, muss selbst eine bessere Version anbieten: eine echte Menü-Seite auf der eigenen Website, als Text und nicht als Bild, damit Google den Inhalt lesen kann.
Das hat einen Nebeneffekt, der oft übersehen wird: Wer nach einem konkreten Gericht sucht, kann nur dann bei Ihnen landen, wenn dieses Gericht irgendwo als Text auf Ihrer Seite steht. Ein Lokal, dessen Kaspressknödel nur auf der laminierten Karte existieren, ist für diese Suche unsichtbar. Verlinken Sie die Menü-Seite außerdem direkt im Google-Profil, dort gibt es ein eigenes Feld dafür.
Fehler drei: Ein fremdes Portal steht über Ihrer Website
Suchen Sie Ihren Lokalnamen und schauen Sie, was vor Ihrer eigenen Website gereiht ist. Häufig sind das Reservierungsplattformen, Lieferdienste oder Bewertungsportale. Das ist doppelt ärgerlich: Der Gast landet auf einer Seite mit fremder Werbung und Links zur Konkurrenz, und wenn er dort reserviert, zahlen Sie je nach Anbieter eine Gebühr für einen Gast, der ohnehin zu Ihnen wollte.
Ganz verhindern lässt sich das nicht, diese Portale betreiben professionelle Suchmaschinenoptimierung. Aber Sie können die Gewichte verschieben: eine eigene Website mit aktuellem Inhalt, die eigene Reservierung prominent verlinkt, der Website-Link und der Reservierungslink im Google-Profil auf die eigene Seite gestellt statt auf das Portal. Viele Wirte wissen gar nicht, dass Portale sich teils selbst als Reservierungslink im Profil eintragen. Ein Blick in die Profileinstellungen lohnt sich.
Bewertungen: antworten schlägt sammeln
Über Bewertungen wird viel Unsinn erzählt, deshalb hier das Nüchterne: Sie brauchen keine perfekte Note, Gäste misstrauen glatten 5,0-Profilen ohnehin. Was Gäste tatsächlich lesen, sind die jüngsten Bewertungen und Ihre Antworten darauf. Eine sachliche, freundliche Antwort auf eine unfaire Kritik wirkt auf Mitlesende stärker als zehn Lobeshymnen, weil sie zeigt, wie Sie mit Problemen umgehen.
Praktisch heißt das: einmal pro Woche zehn Minuten reservieren, neue Bewertungen beantworten, bei berechtigter Kritik kurz und ohne Rechtfertigungsroman reagieren. Und Stammgäste, die zufrieden sind, ruhig direkt um eine Bewertung bitten. Das ist erlaubt, solange Sie nichts dafür versprechen, und es ist der ehrlichste Hebel, den es gibt.
Was die Website beitragen muss
Wenn das Profil die Auslage ist, ist die Website das Lokal dahinter. Google bewertet sie mit, und Gäste sowieso: In einer Umfrage der US-Agentur MGH (2019) gaben 33 Prozent der Befragten an, dass eine umständlich bedienbare Website sie schon von einem Lokalbesuch abgehalten hat, 30 Prozent nannten einen veraltet wirkenden Auftritt. Drei Dinge zählen am meisten: Die Seite muss am Handy schnell laden, denn die große Mehrheit dieser Suchen passiert unterwegs. Sie muss die Kerninformationen als Text enthalten, also Karte, Zeiten, Adresse, nicht als Bild oder PDF. Und sie sollte technisch sauber aufgebaut sein, mit strukturierten Daten, damit Google Öffnungszeiten und Speisekarte direkt auslesen kann.
Das ist der Teil, den man einmal richtig aufsetzen lassen sollte, statt daran herumzudoktern. Bei GuestMaker-Websites gehören schnelle Ladezeiten, eine als Text gepflegte Speisekarte und Basis-SEO zum Paket, und Öffnungszeiten ändern Sie im Dashboard selbst, damit Website und Google-Profil nicht auseinanderlaufen.