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    Webdesign · 6 Min. Lesezeit

    Website-Wartung: warum eine Website nie „fertig“ ist

    Der Launch fühlt sich an wie ein Abschluss: Die Website ist online, bezahlt, erledigt. In Wahrheit beginnt an diesem Tag eine zweite Phase, über die beim Angebot selten gesprochen wird. Eine Website läuft auf Software, die sich weiterentwickelt, zeigt Inhalte, die veralten, und unterliegt Regeln, die sich ändern. Nichts davon ist dramatisch, solange sich jemand kümmert. Wenn sich niemand kümmert, merkt man es zuerst nicht, und dann plötzlich sehr.

    Software altert, auch wenn die Seite gleich aussieht

    Eine typische WordPress-Website besteht aus dem WordPress-Kern, einem Theme, einer Handvoll Plugins und der PHP-Version am Server. Alle diese Teile bekommen laufend Updates: Fehlerbehebungen, Sicherheitskorrekturen, Anpassungen an neue Browser. Bei uns laufen die Update-Runden für betreute Seiten monatlich, und es gibt praktisch keinen Monat, in dem nichts ansteht.

    Wer Updates jahrelang aufschiebt, hat irgendwann ein anderes Problem: Die Sprünge werden so groß, dass ein einzelnes Update die Seite zerlegen kann, weil ein altes Plugin mit dem neuen Kern nicht mehr zusammenspielt. Dann wird aus einer Routineaufgabe von Minuten ein Reparaturprojekt von Tagen. Regelmäßige kleine Updates sind billiger als eine seltene große Rettung.

    Sicherheit: Angreifer suchen nicht Sie, sondern Ihre Lücke

    Der häufigste Einwand lautet: „Wer sollte ausgerechnet unsere kleine Seite hacken?“ Die Frage geht am Problem vorbei. Angriffe auf kleine Websites laufen automatisiert: Skripte durchsuchen das Netz nach Installationen mit bekannten Lücken, meist in veralteten Plugins, und übernehmen, was sie finden. An Material mangelt es nicht: Laut dem Bericht „State of WordPress Security“ von Patchstack (2025) kamen 2024 genau 7.966 neue Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld dazu, rund 22 pro Tag; 96 Prozent davon steckten in Plugins, im WordPress-Kern selbst waren es sieben. Ob hinter der Seite ein Wiener Blumengeschäft oder ein Konzern steht, ist dem Skript egal.

    Eine übernommene Seite verschickt dann Spam, leitet Besucher auf Betrugsseiten weiter oder landet auf Warnlisten, sodass Browser vor ihr warnen und Google sie aus den Ergebnissen wirft. Die Aufräumarbeiten kosten ein Vielfaches jeder Wartungspauschale. Aktuelle Software und funktionierende Backups sind hier keine Kür, sondern die Versicherung.

    Inhalte veralten schneller als Technik

    Der technisch perfekt gewartete Auftritt kann trotzdem veraltet wirken: Öffnungszeiten vom letzten Jahr, eine Mitarbeiterin im Team-Foto, die längst weg ist, Preise, die an der Kassa andere sind als auf der Website. Für Besucher ist das nicht nur unpraktisch, es beschädigt Vertrauen. Wer bei den Öffnungszeiten schlampt, so der stille Schluss, schlampt vielleicht auch bei der Arbeit.

    Unser praktischer Rat: Legen Sie zwei fixe Termine im Jahr an, an denen jemand die gesamte Website durchklickt und mit der Realität abgleicht. Eine Stunde, zweimal jährlich, fängt die meisten Peinlichkeiten ab, bevor Kunden sie finden.

    • Öffnungszeiten, Feiertagsregelungen, Telefonnummer, Adresse
    • Preise und Leistungsbeschreibungen
    • Team-Seite und Ansprechpersonen
    • Referenzen und „Aktuelles“, nichts wirkt älter als eine News von vor drei Jahren
    • Kontaktformular einmal selbst abschicken: Kommt die Nachricht wirklich an?

    Auch die Rechtslage steht nicht still

    Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Einwilligung sind keine einmal erledigten Punkte. Es reicht, dass Sie ein neues Analyse-Tool einbauen oder ein Plugin plötzlich Daten an einen Drittanbieter schickt, und die Datenschutzerklärung stimmt nicht mehr. Dazu kommen neue Anforderungen wie die Barrierefreiheitspflichten, die seit Mitte 2025 für viele Unternehmen mit Online-Verkauf gelten.

    Wir geben keine Rechtsberatung, und dieser Artikel ersetzt keine. Aber die technische Seite, also welches Tool wann welche Daten lädt und ob der Cookie-Banner das auch wirklich steuert, gehört zur Wartung. Genau an dieser Stelle klaffen Website-Realität und Datenschutztext am häufigsten auseinander.

    Selbst machen oder betreuen lassen?

    Beides ist legitim. Wer selbst wartet, braucht dafür eine Routine: Updates einspielen und die Seite danach prüfen, Backups nicht nur anlegen, sondern gelegentlich testweise zurückspielen, und die halbjährliche Inhalts-Runde. Realistisch sind das ein paar Stunden pro Monat, die verlässlich stattfinden müssen, auch im Dezember und in der Urlaubszeit.

    Ein Wartungsvertrag kauft genau diese Verlässlichkeit ein. Üblich sind bei Agenturen je nach Umfang etwa 30 bis 150 Euro im Monat für Updates, Sicherheit, Backups und kleine Änderungen. Ob sich das rechnet, hängt schlicht daran, was Ihre eigene Zeit kostet und ob die Routine ohne Vertrag tatsächlich stattfinden würde. Die ehrliche Antwort darauf kennen Sie selbst am besten.

    KriteriumSelbst wartenWartungsvertrag
    Laufende Kostennur die eigene Zeitca. 30 bis 150 € im Monat
    Zeitaufwandein paar Stunden pro Monat, verlässlichpraktisch keiner
    Updates, Sicherheit, Backupseigene Routine, auch im Dezemberlaufend durch die Agentur
    Typisches Risikodie Routine schläft im Alltag einAbhängigkeit vom Dienstleister

    Wie wir das bei unseren Projekten halten

    Bei uns endet ein Webprojekt nicht mit dem Go-live. Wer möchte, gibt die Seite in laufende Betreuung: Wir übernehmen Updates, Sicherheit und Backups und erledigen Änderungen, wenn Sie sich melden. Wer lieber selbst wartet, bekommt die Seite vollständig übergeben, samt Zugängen und einer Einschulung, und meldet sich nur bei Bedarf. Die Website gehört in beiden Fällen Ihnen, ein Wartungsvertrag ist bei uns Angebot, keine Bedingung.